Gefahrenquelle Webcam - Wenn Hacker dich zu Hause ausspionieren

Eine Webcam ist nützlich, besonders bei Telefonaten über Skype oder Facetime mit den Freunden oder der Familie. Es tut gut nicht nur die Stimme zu hören, sondern auch das Gesicht des Gegenübers zu sehen.

Was aber wenn anstelle eines Freundes eine vollkommen fremde Person am anderen Ende der Leitung sitzt und uns kontinuierlich ausspioniert, ohne dass wir es merken? Steigende Zahlen an Trojanern und Viren im Netz - die für Windows und das Mac-Betriebssystem geschrieben werden - zeigen, dass unsere Sicherheit täglich mehr und mehr bedroht ist.

Es gibt unzählige Fälle, bei denen private Videos von Personen plötzlich im Internet auftauchen. Denn es ist kinderleicht die Webcam zu hacken, wenn der Nutzer unvorsichtig ist. Allein eine Suche auf Google bringt mehr als 300.000 Ergebnisse mit Anleitungen und fertigen Programmen. Selbst der ausgewiesene IT-Profi und Facebook-Gründer Mark Zuckerberg schützt seine Privatsphäre mit einfachen Tricks, wie dem Abkleben der Webcam oder des Mikros mit einem Papierstreifen.

Aber ist das wirklich ein praktischer Schutz? Wir schauen uns in diesem Artikel einmal genau an, wie groß die Gefahr aus dem Netz ist. Außerdem erkläutern wir, was du gegen Hacker alles tun kannst. 

Wie die Kriminellen deine Wabcam hacken

Sehr oft wird für den Hack auf eine Webcam ein Trojaner benutzt. Die Bezeichnung Trojaner stammt aus der griechischen Mythologie und bezieht sich auf das hölzerne Trojanische Pferd, welches als Geschenk der Griechen an die Stadt Troja dargereicht wurde. Im Inneren des Pferdes versteckten sich aber griechische Soldaten, die über Nacht die Tore der Stadt Troja öffneten.

Der Trojaner ist ein Programm, das sich als nützlich oder unschädlich ausgibt. Allerdings installiert es im Hintergrund ein weiteres Programm, das zum Beispiel den Zugriff auf den betroffenen Rechner ermöglicht. Diese werden auch Remote Access Tools (RATs) genannt.

Wie kommen Tojaner auf meinen Computer?

Trojaner sind oft gut versteckt und werden zum Beispiel als E-Mail mit einem lustigen GIF von einer Katze oder in Links platziert. Auch in heruntergeladenen Dateien von Torrent-Seiten, wie zum Beispiel Cracks für Spiele, können sich Trojaner befinden. Die Verkäufer von Trojanern raten dazu sie als Link in Youtube-Videos über Facebook-Hacks oder Generatoren für XBox-Live-Punkte zu verstecken.

Ziel ist es, dass die Betrachter der Bilder oder der Videos den Link anklicken und die angehängte Datei herunterladen. Dabei wird im Hintergrund das Schadprogramm des Trojaners unbemerkt mitinstalliert. Dieser liefert dem Verbreiter einen Remote Access zum Computer des Anwenders und erlaubt dem Kriminellen die Kontrolle über die Webcam zu übernehmen.

Dabei ist die Software so geschickt programmiert, dass das Lämpchen der Kamera nicht aktiviert wird, wenn sie Fotos oder Videos aufnimmt. Auch das Mitschneiden der Tastatureingaben über Keylogger und das Versenden von Dateien ist mit dieser Maleware möglich. Damit kann der Trojaner weiter verbreitet werden. So verschickt der unerwünschte Nutzer einfach E-Mails an Freunde und Bekannte mit einem schädlichen Link.

Es ist erstaunlich leicht, im Internet an Trojaner zu kommen. Sie werden in diversen Foren für Preise zwischen 20 und 100 US-Dollar angeboten. Auch bereits installierte Remote Access Tools, die Live-Streams zu den Webcams der ahnungslosen Nutzer bieten, werden verkauft.

Was will der Hacker von mir?

Mit einem Remote Access erhält der Hacker umfangreiche Kontrolle über den Computer des ahnungslosen Nutzers. Er kann zum Beispiel Webseiten öffnen. So haben es sich einige Hacker zum Spaß gemacht pornografische Inhalte anzuzeigen, immer wenn der User in der Nähe seines PCs ist.

Auch gibt es Fälle, in denen der eingeschlafenen Besitzer mittels lauter Musik aufgeweckt wurde. Besonders perfide Hacker nehmen kompromittierende Videos und Bilder mit den Webcams auf und verkaufen diese online oder versuchen das Opfer zu erpressen.

Zudem kann die Schadsoftware auch dazu genutzt werden die Passwörter von Online-Banking-Accounts mitzuschneiden oder die Online-Identität zu stehlen. Oft wird die Maleware eingesetzt, um sich selbst weiter auszubreiten. Das erreichen die Hacker durch das Versenden von E-Mails oder Links in Chats.

Die bekanntesten Trojaner

BEAST

2002 wurde Beast, einer der ersten auf Windows basierenden Trojaner, veröffentlicht. Er ermöglicht dem Hacker vollen Zugriff auf den betroffenen Computer. 2011 rückte der Staatstrojaner in den Blick der Öffentlichkeit. Er wird mittels USB-Stick oder E-Mail auf Computern installiert, um deren Nutzer zu überwachen. Früher durfte dieser nur bei Terrorverdacht verwendet werden. Mittlerweile arbeitet das Justizministerium aber an einer Gesetzesänderung, die es erlaubt den Staatstrojaner auch bei einfachen Delikten zu installieren.

DARKCOMET

Ein weiterer, sehr bekannter Trojaner ist DarkComet. Er wurde 2008 von einem britischen Hacker entwickelt und bietet eine übersichtliche Oberfläche für das Ausspionieren der Opfer. DarkComet wurde unter anderem während der Solidarisierung mit dem französischen Charlie Hebdo Magazin als versteckte Datei in einem „JeSuisCharlie“-Slogan verbreitet.

Auch in Syrien wurde der Trojaner von der Regierung eingesetzt, um die Computer potenzieller Rebellen auszuspionieren. Seine Hauptfunktionen sind das Erstellen von Bildern mit der Webcam, Keylogging und Sprachaufzeichnungen.

Zahlen und Statistiken

Das Bundesinnenministerium (BMI) erfasst jährlich die polizeilich gemeldeten Fälle in der Computerkriminalität. Im Bericht zur Polizeilichen Kriminalstatistik 2016 stellte das BMI fest, dass im Jahr 2016 rund 107.000 Fälle gemeldet wurden. Im Jahr 2015 waren es noch ca. 70.000.

Allerdings wurde die Erfassungsmethode verändert, sodass mehr Anzeigen diesem Bereich zugeordnet werden. Die Beamten gehen aber davon aus, dass rund 90 Prozent der Fälle nicht angezeigt werden. In der folgenden Abbildung ist eine weltweite Statistik von Kaspersky Lab zu sehen, die für den Monat Mai 2017 die verhinderte Infizierung mit Viren und Trojanern darstellt. Dabei werden nur Computer erfasst, die Programme von Kaspersky installiert haben. In Deutschland wurden rund 11,5% der von Kaspersky überwachten Systeme im letzten Monat von Schadprogrammen angegriffen.

Außerdem veröffentlicht das Team von Kaspersky Lab für jedes Quartal einen Bericht über die weltweite Entwicklung von Angriffen mit Viren und Trojanern. Für Deutschland hat das IT-Sicherheits Unternehmen in seinem Bericht für das erste Quartal 2017 festgestellt, dass ein hohes Risiko für die Infizierung mit Trojanern besteht. Darunter befinden sich nicht nur Remote Access Trojaner, die Zugang zur Webcam gewähren, sondern auch sogenannte Banking-Trojaner. Diese versuchen Online-Banking Vorgänge abzufangen und das Geld auf die Konten der Hacker zu überweisen.

Das unabhängige Forschungsinstitut für IT-Sicherheit AV-Test führt eine Datenbank für WindowsSchadprogramme, die seit 1984 im Umlauf sind. Im Sicherheitsreport 2015/16 berichtet AV-Test, dass mittlerweile mehr als 600 Millionen Schadprogramme erfasst sind. Außerdem ist das Windows-Betriebsystem das beliebteste Angriffsziel. Im Jahr 2015 wurden mehr als 85% der Schadprogramme für Windows entwickelt. Android folgt mit knapp 3% auf Platz zwei.

Im folgenden Bild ist die Verteilung der Maleware-Arten dargestellt. Ein Großteil der Schadprogramme besteht aus Viren, Trojanern und Würmern. Trojaner sind dafür bekannt sogenannte RATs (Remote Administration Tools) zu installieren, die die Kontrolle über Funktionen des heimischen Computers übernehmen können. Dazu gehören die Bildschirmübertragung, Keylogger und die Kontrolle über die Webcam.

Im Jahr 2012 hat die CamPatch Academy eine Umfrage unter 250 Laptopusern durchgeführt, um deren Gefahrenbewusstsein gegenüber Webcam-Hacks zu ermitteln. 49% der befragten Personen wusste nicht, dass ihre Webcam von Kriminellen gehackt werden kann. Auch das IT-Sicherheitsunternehmen Kaspersky führte 2014 eine Umfrage zur Webcamsicherheit unter 11000 Heimanwendern durch. Dabei antworteten 31% der deutschen Nutzer, dass sie ihre Webcam abdecken.

Wie kannst du dich vor einem Webcam-Hack schützen?

Passwörter und Updates

 Ein sehr einfacher und grundlegender Schutz vor Schadsoftware ist das regelmäßige Updaten des Computers. Oft werden mit den neuesten Versionen von Windows und anderer Programme Sicherheitslücken geschlossen, die Hacker sonst ausnutzen können.

Es empfiehlt sich also, mindestens einmal pro Woche nach neuen Updates zu suchen und diese zu installieren. Zusätzlich sollten Passwörter zu Geräten wie einer externen Webcam, der Babycam oder dem UMTS-Stick überprüft werden. Verwende keine Standardpasswörter wie „1234“ oder „admin“. Diese werden in den Subroutinen der Schadprogramme normalerweise durchgespielt und bieten keinen Schutz.

Firewall und Antivirensoftware

Auch die Firewall des Computers sollte auf dem neuesten Stand sein. Diese schützt den Rechner vor den Zugriffen Dritter aus dem Internet. Sie überwacht den Datenverkehr und schränkt die Kommunikation im Netzwerk ein. Dadurch kontrolliert sie, welche Programme auf den Computer gelangen und kann unerwünschte aussperren.

Eine Firewall schützt allerdings nicht vor dem Öffnen und Installieren von Schadsoftware aus dem Internet. Deshalb wird sie bestenfalls von einem Antivirenprogramm ergänzt. Dieses scannt den Computer auf Schadprogramme und überwacht das Installieren und Öffnen von Datein, was Infizierungen verhindern kann.

Allerdings entwickeln sich die Trojaner und Viren rasant und die Programmierer der Anti-Viren-Software kommen oft nicht schnell genug hinterher. Deshalb empfiehlt es sich, ebenso wie Mark Zuckerberg, einen sehr einfachen aber zuverlässigen Schutz gegen ungewolltes Ausspionieren anzubringen

Webcam Abdeckungen - einfach und sicher

Wer auf Hilfsmittel wie Klebeband zurückgreift, muss damit rechnen, dass die Linse der Webcam Schaden nimmt und Rückstände auf dem Bildschirm zu erkennen sind. Außerdem hält die Klebewirkung meistens nicht lange an, wenn man den Streifen oft für ein Videotelefonat abziehen muss.

Das Abkleben der Webcam mit einer professionellen Webcam Abdeckung bieten hier einen klaren Vorteil. Schiebe einfach die Abdeckung zur Seite, wenn du ein Videotelefonat führen möchtest. Dabei berührt der Schutz die Linse der Webcam nicht und hält sie frei von Kratzern. Die Abdeckung lässt sich kinderleicht am Bildschirm befestigen.

Die Klebefläche sorgt für einen festen Kontakt mit dem Rahmen. Auch auf Smartphones und Tablets lässt sich die Webcam Abdeckung aufkleben. Der Schutz ist effektiv, praktisch und preiswert. Er sorgt, im Vergleich zu installierten Antivirenprogrammen, für eine 100-prozentige Sicherheit, dass du nicht über die Webcam ausspioniert werden kannst.

 

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